Stand-up-Paddling lernen: Die ersten Meter auf dem Board
Stand-up-Paddling ist in einer halben Stunde erlernt und in einer Saison verfeinert. Die ersten Meter entscheiden trotzdem darüber, ob es Spaß macht oder nass endet.
Der Anfang: knien statt stehen
Starte im Kniestand, etwa in der Mitte des Boards, kurz hinter dem Tragegriff. Von dort spürst du, wie das Board auf Gewichtsverlagerung reagiert, ohne dass ein Fehler direkt ins Wasser führt. Paddle ein paar Meter, drehe einmal um die eigene Achse und erst dann steh auf.
Beim Aufstehen wandern die Füße nacheinander an die Stelle, an der die Knie waren, schulterbreit und parallel. Der Blick geht nach vorn zum Ufer, nicht auf die Füße. Wer nach unten schaut, verliert die Balance zuverlässig.
Die Paddelhaltung
- Knick nach vorn: Das Blatt ist gewinkelt, der Knick zeigt vom Körper weg. Falsch herum gehalten verliert der Schlag deutlich an Kraft.
- Obere Hand auf den Griff: Die obere Hand liegt auf dem T-Griff, die untere etwa schulterbreit tiefer am Schaft.
- Aus dem Rumpf paddeln: Der Vortrieb kommt aus der Drehung des Oberkörpers, nicht aus den Armen. Sonst sind die Schultern nach zwanzig Minuten fertig.
- Kurz vor den Füßen aufhören: Der Zug endet auf Höhe der Füße. Wer weiter durchzieht, hebt Wasser statt zu beschleunigen.
- Richtige Länge: Körpergröße plus 20 bis 25 cm ist der Ausgangspunkt, siehe SUP-Paddel Test.
Wenden und Bremsen
Zum Drehen ziehst du das Paddel in einem weiten Bogen vom Bug zum Heck, das dreht das Board zur Gegenseite. Schneller geht es mit dem Rückwärtsschlag auf der Seite, zu der du drehen willst. Zum Bremsen setzt du das Blatt einfach flach ins Wasser und lässt es schleifen.
Fallen gehört dazu. Falle seitlich ins Wasser, nicht auf das Board, und halte das Paddel dabei fest. Beim Wiederaufsteigen ziehst du dich in der Mitte des Boards hoch, nicht am Heck.
Was am Anfang wichtig ist
Such dir windstille Tage und ein Gewässer ohne Bootsverkehr. Ablandiger Wind schiebt ein Board schneller raus, als ein Anfänger zurückpaddelt. Die Leash gehört von der ersten Minute an ans Bein, siehe SUP-Leash Test, und ein breites Board macht die ersten Stunden deutlich angenehmer, siehe SUP-Boards für Anfänger.
Was rechtlich gilt und wo eine Weste vorgeschrieben ist, steht im Ratgeber zu den Regeln beim Stand-up-Paddling.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert es, bis man steht?
Auf einem breiten Board stehen die meisten nach zehn bis dreißig Minuten sicher. Sauberes Paddeln über längere Strecken braucht ein paar Ausfahrten.
Braucht man Vorkenntnisse oder Kraft?
Nein. Der Vortrieb kommt aus der Rumpfdrehung, nicht aus Armkraft. Wichtiger als Kraft ist ein ruhiger Stand und der Blick nach vorn.
Was tun, wenn Wind aufkommt?
In den Kniestand gehen. Das senkt den Schwerpunkt und die Angriffsfläche deutlich und macht das Zurückpaddeln gegen den Wind erst möglich.
