SUP bei Wind und Wellen: Wann du besser am Ufer bleibst
Ein Paddleboard ist ein Segel mit einem Menschen darauf. Genau daraus entstehen die meisten Rettungseinsätze auf Seen und an der Küste, und fast alle wären vermeidbar.
Ablandiger Wind ist die eigentliche Gefahr
Wind, der vom Ufer aufs Wasser weht, fühlt sich beim Losfahren angenehm an: glattes Wasser, kein Widerstand, schnelles Vorankommen. Das Problem zeigt sich erst beim Umkehren. Dann steht die eigene Körperfläche als Segel gegen den Wind und ein durchschnittlicher Paddler kommt ab etwa vier Windstärken kaum noch voran.
Die Regel lautet deshalb: immer gegen den Wind hinaus und mit dem Wind zurück. So bleibt die anstrengende Hälfte am Anfang, solange noch Kraft da ist.
Einschätzung vor der Ausfahrt
- Bis 2 Beaufort: Kaum Einfluss, kleine Kräuselwellen, für alle machbar.
- 3 Beaufort: Erste Schaumkronen, das Board wird spürbar versetzt. Für Anfänger die Obergrenze.
- 4 Beaufort und mehr: Zurückpaddeln gegen den Wind wird zur Arbeit. Mit einem breiten Einsteigerboard besser am Ufer bleiben.
- Böen beachten: Nicht der Mittelwind kippt Paddler, sondern die Böe. Vorhersagen nennen beide Werte.
- Gewitter: Auf dem Wasser bist du der höchste Punkt. Bei angekündigten Gewittern gar nicht erst starten.
Was bei Wind hilft
In den Kniestand gehen senkt Schwerpunkt und Angriffsfläche sofort und macht das Zurückpaddeln erst möglich. Ein längeres Board mit guter Spurtreue arbeitet ebenfalls für dich, siehe die Touringboards, ebenso eine lange Finne, siehe SUP-Finne Test.
Die Leash ist bei Wind kein Zubehör: Ein Board, das ohne dich davontreibt, ist in Minuten außer Reichweite, siehe SUP-Leash Test. Dasselbe gilt für ein Handy in einer wasserdichten Hülle.
Wellen
Auf Binnenseen kommen Wellen meist von Motorbooten. Die richtige Reaktion ist, die Welle frontal oder mit dem Heck zu nehmen, nie seitlich, und dabei in die Knie zu gehen. An der Küste kommt Dünung dazu, dort gilt zusätzlich, was in den Regeln beim Stand-up-Paddling steht.
Häufig gestellte Fragen
Ab welcher Windstärke sollte man nicht mehr paddeln?
Als Anfänger ab 3 Beaufort, geübte Paddler kommen mit 4 zurecht. Entscheidend ist die Richtung: ablandiger Wind ist deutlich kritischer als auflandiger.
Was tun, wenn ich nicht mehr zurückkomme?
Hinknien oder hinlegen und liegend paddeln, das reduziert die Angriffsfläche stark. Wenn das nicht reicht, auf dem Board bleiben und Hilfe rufen, niemals zum Ufer schwimmen.
Hilft ein schwereres Board bei Wind?
Etwas, aber weniger als gedacht. Wichtiger sind Länge, Spurtreue und eine lange Finne.
